Freitag, 18. Mai 2018

Das Elixier der Jugend von Franz-Udo Piechotta-Flemming

Inhalt

Die Handlung ist eine Art, nun sagen wir halt wie jetzt üblich: Mystery-Story auf dem Wellnessmarkt und bezieht das moderne Marketing mit ein. Francesco, ein Berliner Arzt und Journalist, bekommt ein in Latein verfasstes Büchlein zugesandt. Es handelt sich dabei um das apokryphe Thomasevangelium. Absender sind zwei hinreißende Frauen, Laura und Gina, die er kurz zuvor in Florenz kennengelernt hatte. Es stellt sich heraus, dass beide Hohepriesterinnen eines geheimen Templerordens sind. Dieser Orden befasst sich mit allerlei magischen Praktiken und ist u.a. im Besitz der Formel eines Lebenselixiers, das Gesundheit und ewige Jugend verspricht. Die beiden Hohepriesterinnen stehlen die verschlüsselte Formel, um sich von dem Orden lösen zu können, und flüchten damit nach Berlin zu Francesco. Doch die Templer schicken ihre Häscher aus, denen die beiden zunächst entkommen können. Doch mehr sollte nicht verraten werden, obwohl sich alles auch mit Kenntnis des Inhaltes frisch und spannend liest.


Meine Meinung

Diese Inhaltsangabe vom Autor hat mich neugierig gemacht und so habe ich ihm auf seine Anfrage hin eine Rezension zugesichert. Doch unglücklicherweise hat mich dieser Klappentext in die Irre geführt und es tut mir leid für Herrn Piechotta-Flemming, dass meine Kritik nicht besser ausfällt, aber ich muss mir selbst treu bleiben.

Vor ein paar Wochen habe ich das Buch erhalten und es hat mich geärgert, dass ich es nicht gleich lesen konnte. Als ich dann jedoch endlich dazu gekommen bin, habe ich es nach 30 Seiten aus der Hand gelegt und lieber doch noch ein paar andere Bücher vorgezogen. Ich konnte einfach nicht in die Geschichte hineinfinden und nachdem ich sie jetzt endlich fertiggelesen habe, weiß ich auch weshalb. Der Protagonist Francesco wurde mir von Seite zu Seite unsympathischer.

Natürlich möchte ich, wie immer, inhaltlich nicht zu viel verraten, allerdings ist die Handlung, die erzählt wird, noch viel kürzer als ich eigentlich aufgrund der knapp 300 Seiten angenommen hätte. Denn gefühlt bestand die Hälfte, oder sogar mehr, aus Hintergrundinformationen zu Religion, über den Orden der Templer und seine „Ableger“ und diverse andere Fakten wie etwa zur Kosmetikindustrie und zum Marketing.

Leider ist dabei die eigentliche Geschichte immer wieder unsanft unterbrochen und in den Hintergrund gedrängt worden. Auch der Schreibstil ist nicht immer einfach, da der Autor mehrfach verschachtelte Sätze einbaut und auch mit Fachbegriffen nicht eben sparsam umgeht. Die Passagen auf Italienisch, die dann auch meist in deutscher Übersetzung wiederholt wurden, waren mir etwas too much. Es hätte ja vollkommen gereicht, nur die Begrüßung in einer anderen Sprache zu schreiben.

Das Cover fand ich zur Grundhandlung recht passend gewählt und auch schön. Allerdings hat sich hier bereits der erste Fehler eingeschlichen. Denn der Verlag hat es nicht einmal geschafft, den Namen des Autors auf dem Cover richtig zu schreiben. Und in diesem Stil ziehen sich auch durch die ganze Geschichte so einige Grammatik- und Tippfehler. So Mancher mag nun einwenden, dass man diese ja ignorieren kann und da stimme ich grundsätzlich auch zu. Aber nur dann, wenn einen die Handlung so in den Bann zieht, dass man diese erst gar nicht mehr wahrnimmt.

Was mich ebenfalls gestört hat, waren die Kritiken über die Dummheit der Gesellschaft – zu der letztlich auch jeder Leser dieses Buches gehört. Gleichzeitig dazu sind alle tragenden Figuren der Handlung ausnahmslos Stereotypen, bei denen dann auch noch zusätzlich tief in die Kiste der Klischees gegriffen wurde. Dies beweist für mich eine gewisse Fantasielosigkeit bei der Gestaltung der Charaktere, die ohnehin nur wenig glaubhaft und fadenscheinig wirken.


Mein Fazit

Alles in allem kann ich nur noch sagen, dass ich diesen „fantastischen Roman“ als das langatmigste und nervigste Buch empfinde, dass ich seit langer Zeit gelesen habe. Wenn ich einen Roman lese, will ich nicht mit Fakten erschlagen werden, sondern in eine interessante Geschichte eintauchen.


Gesamtbewertung ✰✰✰✰✰

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