Montag, 14. Mai 2018

Unbearable Lightness - Das schwere Los der Leichtigkeit von Portia De Rossi


Inhalt

Portia de Rossi wog nur noch 38 Kilogramm, als sie am Set einer Hollywood-Produktion zusammenbrach. Nach außen hin war sie blond, schlank und schön, glamourös und erfolgreich. Doch innerlich war sie fast tot. Sie beschreibt unaufgeregt und eindringlich, wie der Druck Hollywoods, dünn zu sein, in Kombination mit ihrer geheim gehaltenen Homosexualität dazu führte, dass sie sich in ihrer Haut nie wohlfühlte und immer tiefer in die Magersucht hineinrutschte. Das Abnehmen wurde für sie zur einzigen Möglichkeit, Macht und Kontrolle über ihr Leben zu haben, bis es zu einer Krankheit wurde, die sie beinahe tötete. In ungewöhnlich offenen, mutigen Worten erzählt de Rossi mit Feingefühl ihre Geschichte und lässt uns tief in ihre Seele und ihr Leben als Hollywoodstar blicken. Sie lässt uns die verquere Logik ihres täglichen Strebens nach Perfektion verstehen und die Anstrengung wertschätzen, die sie zur Überwindung ihrer Probleme aufwenden musste. Eine erschreckende und zugleich hoffnungsvolle Geschichte für alle, die auf Kriegsfuß mit sich selbst oder ihrem Körper stehen.


Meine Meinung

Portia De Rossi wurde der breiten Masse durch ihre Rolle in „Ally McBeal“ bekannt. Bereits seit ihrer Kindheit wollte sie herausstechen, jemand besonderes sein. Als sich die Chance ergab, mit 12 Jahren in die Modelbranche einzusteigen, hat sie diese sofort ergriffen. Und an diesem Punkt begann ihr gestörtes Verhältnis zum Essen. Ihr Selbstbewusstsein hängt irgendwann nur noch von ihrem Gewicht ab – ganz egal, wieviel sie schon alles erreicht hat.

Zusätzlich unter Druck gesetzt davon, dass sie jederzeit von einem Paparazzo erwischt werden könnte, verlässt sie irgendwann kaum noch ihre gewohnte Umgebung und hört irgendwann fast völlig auf zu Essen. Das ganze natürlich in Kombination mit einer regelrechten Sportbesessenheit. Irgendwann ist ihr Körper dann am Ende. Als sie nur noch 38 Kilo wiegt bricht sie schließlich am Set eines Films zusammen, wird medizinisch versorgt und wird schließlich vom Arzt mit den Folgen ihres Handelns konfrontiert.

In diesem Buch schildert Portia De Rossi völlig offen ihr Essverhalten und ihre dazugehörenden Gedanken. Sie zeigt wie groß ihre Selbstzweifel waren, wie sehr sie das Geheimnis um ihre Homosexualität belastet hat. Obwohl sie schonungslos erzählt, wie sich ihre Krankheit über die Jahre verschlimmert hat, wird es nie reißerisch. Schockierend ist es jedoch trotzdem, wenn man, so wie ich, noch nie mit der Thematik zu tun hatte.

Dieses Buch ist nicht nur ein schnörkelloser Einblick in die Seele einer Frau, sondern auch ein Apell an alle die von Essstörungen betroffen sind, oder sich in deren Umfeld befinden.

Der Schreibstil ist direkt und sehr intensiv, wie es hier mit der deutschen Übersetzung aussieht, kann ich leider nicht beurteilen, da ich die englische Version bei Biografien immer vorziehe.


Mein Fazit

Eine bewegende und sehr emotionale Biografie, die zum Nachdenken anregt.




Gesamtbewertung ★★★★✰

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