Montag, 26. Februar 2018

Tick Tack - Wie lange kannst du lügen? von Megan Miranda


Inhalt

Zehn Jahre ist es her, dass Nic ihre Heimatstadt von einem Tag auf den anderen verließ. Doch die Erinnerungen an die Nacht, in der ihre beste Freundin Corinne spurlos verschwand, haben sie nie losgelassen. Hatte jemand aus ihrem Freundeskreis etwas damit zu tun? Eines Tages erhält sie eine geheimnisvolle Nachricht: „Dieses Mädchen. Ich habe es gesehen.“ Nic weiß, dass nur eine damit gemeint sein kann – Corinne. Sie fährt zurück in das von dunklen Wäldern umgebene Städtchen, um herauszufinden, was damals wirklich geschah. Doch schon am selben Abend verschwindet erneut ein Mädchen – das Mädchen, das ihnen allen damals ein Alibi geliefert hatte.

Zwei Wochen später wird die Leiche einer jungen Frau gefunden. Wer ist sie? Was ist in der Zwischenzeit passiert? Auf unheimlich geschickte Weise offenbart Megan Miranda uns nach und nach, was seit Nics Rückkehr passiert ist – und was zehn Jahre zuvor mit Corinne geschah.


Meine Meinung

Die Handlung dieses Buchs ist in drei Teile gegliedert wovon jeder mit einem Zitat begonnen wird, dass rückblickend betrachtet perfekt zum jeweiligen Abschnitt passt. Im ersten Teil begleitet man Nic auf dem Weg zurück nachhause. Nachdem sie den ersten Tag dort verbracht hat, geht es mit Teil zwei weiter. Dieser ist literarisch besonders, da er mit Tag 15 beginnt und dann mit jedem Kapitel einen Tag zurückspringt bis man schließlich wieder bei Tag 1 ankommt. Danach geht es mit Teil 3 weiter und man befindet sich wieder bei Tag 15. Im Anschluss gibt es dann nochmal einen Zeitsprung in die Zukunft, der dann als eine Art Epilog dient.

Diese Art, eine Geschichte zu erzählen war mir vollkommen neu und hat sicher einen guten Anteil der Spannung getragen. Ich habe zwar eine Weile gebraucht, um mich in diesem Zeitverlauf zurechtzufinden, aber das war es wirklich wert. Generell ist der Schreibstil der Autorin sehr angenehm und schnell zu lesen. Sie neigt jedoch manchmal zu Ausschmückungen.

Die Charaktere empfand ich als gut ausgearbeitet. Die Beziehung zwischen Nic und ihrem Bruder Daniel wirkte vom ersten Moment an problematisch und im Laufe der Geschichte wird dann auch Schritt für Schritt enthüllt, wie es dazu gekommen ist und wie dies mit dem Verschwinden von Corrine zusammenhing. Diese wird, obwohl schon vor zehn Jahren verschwunden, mit diversen Rückblicken immer deutlicher ausgearbeitet. Es wirkt immer wieder so, als hätte jeder der Protagonisten ein Geheimnis, dass er keinesfalls preisgeben möchte.

Insgesamt war dieser Thriller wirklich spannend zu lesen, auch wenn es ungefähr in der Hälfte mal eine etwas zähe Passage gab. Die Handlung ist gut durchdacht und es ist nicht nur überraschend sondern auch glaubwürdig, wie sich schlussendlich alles ineinanderfügt. Den tatsächlichen Täter hatte ich die ganze Zeit eigentlich nicht als Verdächtigen auf dem Schirm. Erzählt wird die Geschichte übrigens in der Ich-Form aus der Perspektive von Nic.

Irgendwie erinnerte mich die Atmosphäre im Buch etwas an Twin Peaks. Eine kleine Stadt, jeder scheint jeden irgendwie zu kennen, das Getratsche und dann auch noch rundherum der Wald. Zusätzlich herrscht in der Stadt Cooley Ridge ständig große Hitze während Nic versucht, die Wahrheit herauszufinden.

Das Cover dieses Buches ist besonders gut gelungen. Sowohl von der farblichen Gestaltung mit den großen pinken Buchstaben als auch mit den vielen dünnen Erhebungen, die es wirken lassen, als wäre es teilweise rau. Es passt dadurch perfekt zu der Geschichte.

Danke an den Penguin Verlag für das Rezensionsexemplar.


Mein Fazit

Ein Thriller, der einen ganz besonderen Zeitverlauf bietet, spannend ist und wirklich zu überraschen vermag. Gestützt durch einen angenehm flüssigen Schreibstil ist dieses Buch wirklich empfehlenswert.


Gesamtbewertung ★★★★✰


Die Zitate vom Beginn der drei Teile

Teil 1 – Heimkommen
Der Mensch wundert sich aber auch über sich selbst, das Vergessen nicht lernen zu können und immerfort am Vergangenen zu hängen: Mag er noch so weit, noch so schnell laufen, die Kette läuft mit.  – Friedrich Nietzsche

Teil 2 – Zurückkommen
Es ist ganz wahr, was die Philosophie sagt, dass das Leben rückwärts verstanden werden muss. – Søren Kierkegaard

Teil 3 – Weiterkommen
Es ist ganz wahr, was die Philosophie sagt, dass das Leben rückwärts verstanden werden muss. Aber darüber vergisst man den anderen Satz, dass vorwärts gelebt werden muss. – Søren Kierkegaard

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