Samstag, 24. Februar 2018

Stalker von Louise Voss und Mark Edwards



Inhalt


Alex Parkinson ist wie vom Blitz getroffen, als er seine Dozentin aus dem Schreibkurs zum ersten Mal sieht. Siobhan ist wunderschön, intelligent und teilt auch noch seine große Leidenschaft: das Schreiben. Niemals zuvor hat er jemanden so sehr geliebt. Doch wie kann er Siobhan davon überzeugen, dass sie zusammengehören? Besessen von der Idee, sein Leben mit ihr zu teilen, findet Alex heraus, wo Siobhan wohnt, verliert seinen Job für sie, macht ihr Geschenke, kümmert sich um ihre Katze, liest in ihrem Tagebuch. Alex würde alles für Siobhan tun – bis plötzlich eine junge Frau tot vor ihrem Haus liegt.


Meine Meinung

Das Buch besteht aus zwei Teilen und die Kapitel werden im Tagebuchstil immer abwechselnd von Siobhan und Alex erzählt. Der Prolog beginnt gleich mal spannend mit einer Leiche. Danach macht man als Leser im ersten Teil einen Zeitsprung zurück und erfährt langsam, dass Alex sich in seine Dozentin Siobhan verliebt. Er macht ihr Geschenke und interpretiert ihre Reaktionen oft ganz falsch. Schon bald entwickelt sich Alex zu einem Stalker und Siobhan bemerkt es lange Zeit nicht einmal.

Ich fand die Idee gut, die Geschichte aus beiden Perspektiven zu erzählen denn es macht einen ganz besonderen Reiz beim Lesen aus, wenn man erst liest, wie Alex sich ihre Reaktion auf einen Blumenstrauß ausmalt und dann zu erfahren, was Siobhan wirklich denkt als sie ihn findet. Allerdings fand ich, dass die Tagebucheinträge der beiden doch sehr konstruiert wirkten, als wären sie wirklich für die Leser geschrieben.

Natürlich wird Alex´ Perspektive dabei immer manischer und man hat das Gefühl, dass dieser junge Mann immer weiter in eine psychische Störung abdriftet. Sein Charakter wirkt anfangs alles andere als ein Stalker. Er wird als intelligent und auch ganz attraktiv beschrieben und doch wird schnell klar, dass er eine schwere Kindheit überstehen musste und so manches Trauma noch nicht überwunden hat. Auch der Charakter von Siobhan ist sehr gut ausgearbeitet. Sie ist eine relativ erfolglose Autorin und Dozentin für kreatives Schreiben. Dabei wirkt sie sowohl einsam als auch verletzlich aber auch sehr sympathisch.

Irgendwann ist es dann soweit, dass Siobhan sich ihres Stalkers bewusst wird, und dann beginnt auch gleich Teil zwei des Buches. Achtung hier folgen Spoiler, wer das Buch noch nicht gelesen hat, sollte erst beim Fazit wieder weiterlesen.

Die Handlung erlebt hier eine komische Wendung denn plötzlich ist es Siobhan die Alex verfolgt. Dies ist zwar eine originelle Idee, jedoch auch völlig unglaubwürdig und ab hier war für mich die Spannung verflogen, denn was nun folgt ist vorhersehbar und unnötig in die Länge gezogen. Alex scheint plötzlich kein Interesse an Siobhan zu haben und beginnt eine ganz normale Beziehung mit einer anderen – was so gar nicht zu seinem Charakter passen will. Siobhan wird von Kapitel zu Kapitel unsympathischer und am Ende kommen die beiden zusammen. Das war mir dann insgesamt doch zu viel.


Mein Fazit

Dies ist ein Thriller der stark und spannend beginnt und nach einer überraschenden Wende in der Mitte kontinuierlich an Spannung und Glaubwürdigkeit verliert. Leider wurde ich hier vom Klappentext etwas in die Irre geführt denn auch wenn dieser genau genommen korrekt ist, so hatte er doch andere Erwartungen in mir geweckt.


Gesamtbewertung ★★✰✰✰

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