Sonntag, 18. Februar 2018

Mein Tanz mit Rommel von Elisabeth Marrion



Inhalt

Deutschland in den Jahren von 1926 bis 1945: Ihre Kindheit, geprägt von den Nachwehen des Ersten Weltkriegs, verbringt Hilde im beschaulichen Tilsit. Mit vierzehn Jahren muss sie sich alleine aufmachen in die weite Welt – nach Berlin – und kämpft fortan um das eigene Überleben und das ihrer Familie.

Elisabeth Marrion, in Hildesheim geboren, zeichnet das Schicksal ihrer Mutter in diesem Tatsachenroman ergreifend nach. Der Leser erfährt, wie Hilde von einem schüchternen jungen Mädchen zu einer couragierten Frau heranwächst – und wie ein Tanz mit Generalfeldmarschall Rommel, dem „Wüstenfuchs“, der jungen Frau und ihrer Familie neue Hoffnung schenkt.

 

Meine Meinung

Als mich Elisabeth Marrion anschrieb und fragte ob ich ihr Buch lesen wolle, habe ich erst gezögert, denn Erzählungen, die in der NS-Zeit spielen, mag ich eigentlich gar nicht. Diese Zeit ist ein schrecklicher Teil unserer Geschichte und sollte nicht vergessen werden, aber ich selbst bin kein Fan von Geschichte im Allgemeinen, denn sieht man sich den geschichtlichen Hintergrund der Menschheit von einem globalen Standpunkt genauer an, stellt man schnell fest, dass sie dazu tendiert sich zu wiederholen – und das ist für mich doch sehr erschreckend.

Schließlich habe ich jedoch trotzdem zugesagt das Buch zu lesen. Warum weiß ich gar nicht so recht, ich kann nur sagen, dass ich es nicht bereue. Im Gegenteil. Es ist unglaublich feinfühlig geschrieben und transportiert so viele Emotionen und vor allem ist es anders als alles andere, was ich über diese Zeit je gelesen habe. Das Hauptaugenmerk liegt hier auf dem Leben einer Person und deren Umfeld. Dazu gehören natürlich schlimme bzw. tragische Momente aber eben auch schöne Erinnerungen.

Elisabeth Marrion schreibt hier über das Leben ihrer eigenen Mutter Hilde in der Zeit von 1926 bis 1945. Am Anfang ist diese gerade mal 14 Jahre alt und ihre Familie kämpft noch mit den Nachwirkungen des ersten Weltkriegs. Sie wird von ihrer Familie zum Arbeiten nach Berlin geschickt, wo sie eine Stelle als Hausmädchen bekommen hat. Nach ein paar Jahren lernt sie Karl, einen jungen Soldaten, kennen.

Die beiden verlieben sich ineinander, sie wird schwanger und sie heiraten. Doch schon bald darauf wird Karl in den Krieg geschickt und Hildes Leben dreht sich um die Sorge um ihren Mann, die Versorgung ihrer Kinder und natürlich auch um Freunde, Eltern und Geschwister. Um sie herum gibt es so viele Menschen, denen es genauso geht und Verzicht, Hunger und Leid sind überall.

Jedes Mal, wenn ihr Mann kurz auf Heimaturlaub ist, ist sie selig und die beiden wirken so glücklich miteinander. Natürlich hält dies nie besonders lange, da er immer wieder aufs Neue in den Krieg einberufen wird. Hilde ist intelligent, hat sowohl jüdische als auch polnische Freunde und sie und eine Freundin hören heimlich BBC Nachrichten, da sie die Wahrheit erfahren und nicht nur Propaganda hören wollen.

Dieses Buch ist insofern etwas ganz Besonderes, da Hilde eine ganz normale Frau und Mutter ist. Sie steht nicht im Zentrum politischer Entscheidungen, sie hat keinen Einfluss darauf wie sich Deutschland entwickelt und dadurch zeigt dieses Buch etwas, dass bisher noch keine Dokumentation so schaffen konnte. Es zeigt wie das tägliche Leben der Bevölkerung aussah. Wie das Leben derer aussah, die zwar in einer relativ sicheren Gegend lebten, aber trotzdem täglich mit den Folgen des Kriegs konfrontiert waren.

Dieses Buch ist der Auftakt einer Trilogie, wobei grundsätzlich jedes Buch für sich gelesen werden kann, da es in jedem Buch um eine andere Person geht.


Mein Fazit

Ein Buch das ich nur empfehlen kann. Hier wird gänzlich auf reißerische Schockbilder verzichtet, sondern einfach nur der Alltag in einer sehr schlimmen Zeit unserer Geschichte beschrieben und dadurch wird das Leben von damals so leicht vorstellbar für den Leser.


Gesamtbewertung ★★★★✰

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