Donnerstag, 11. Januar 2018

Troublemaker - Surviving Hollywood and Scientology von Leah Remini


Inhalt

Die Schauspielerin Leah Remini ist mit Scientology aufgewachsen und wurde bereits als Kind von der Sekte indoktriniert. Als prominentes Mitglied lernte sie auch Größen wie Tom Cruise kennen und war sogar zu dessen Hochzeit mit Katie Holmes eingeladen. Vor einigen Jahren begann Remini aber, Scientology zu hinterfragen. Damit machte sie sich zur Zielscheibe von Angriffen und die Sekte begann, sie als Bedrohung zu sehen.

2013 schließlich brach sie mit Scientology und musste damit auch den Kontakt zu allen Mitgliedern für immer abbrechen. Nun hat Remini ein Buch über ihre Zeit bei Scientology geschrieben und gibt unverfälschte und erschreckende Einblicke hinter die Kulissen der Sekte.


Meine Meinung

Leah Remini ist den Meisten wegen Ihrer Rolle als „Carrie“ in „King of Queens“ bekannt. Nach der Serie zog sie sich jedoch zurück und war fast nur noch in kleinen Nebenrollen zu sehen. In diesem Buch erzählt sie von ihren Erlebnissen bei Scientology und wie es war, die Sekte wieder zu verlassen. Außerdem teilt sie einige sehr private Fotos aus ihrem Leben mit ihren Lesern.

Im Alter von 8 Jahren wurde sie durch ihre Mutter zum Mitglied. Schon damals musste sie täglich mindestens zweieinhalb Stunden in Kursen und Sitzungen – sogenannten Auditings – verbringen. Ihre ganze Familie tat alles zum Wohl der Sekte, um den Planten zu „klären“. Am härtesten traf mich anfangs die Beschreibung der „Kindertagesstätte“ für Babys in Flagstaff.

Vieles von dem, was man in der ersten Hälfte liest, ist erschreckend im Bezug darauf, was Menschen bereit sich zu ertragen, wenn sie wirklich an etwas glauben. Allein die Schilderung ihres Arbeitsalltags im Alter von 12 Jahren hat ausgereicht, dass ich mich fragen musst, wie ihre Mutter so etwas zulassen konnte.

Im zweiten Teil geht es dann aber erst so richtig zur Sache. Leah Remini gewährt hier einen Einblick in die Machenschaften der Sekte und deren Gehirnwäschemethoden, die mitunter mit enormen Kosten für denjenigen verbunden sind, der „gezwungenermaßen“ daran teilnimmt. Mal ganz abgesehen von den psychischen Folgen.

Was mich mit Sicherheit noch lange beschäftigen wird ist auf jeden Fall die Frage, „Wo ist Shelly Miscavige?“. So ging es auch Leah Remini und diese unbeantwortete Frage war ein wesentlicher Faktor, Scientology zu hinterfragen und letztendlich zu verlassen. Der Weg zur Freiheit war sicher schwer. Unter anderem erzählt Remini – ohne viele Details – von einem Sicherhitscheck den sie durchstehen musst. Was das bedeutet? Unzählige Stunden von Verhören wochen- und monatelang täglich. Solange bis sie die Antworten gab, die von ihr erwartet wurden.

Bei all den tragischen Beschreibungen lässt Remini schwarzen Humor und ein gute Portion Selbstironie miteinfließen. Ihre Formulierungen sind manchmal salopp manchmal auch recht hart, aber es spiegelt ihre Persönlichkeit wieder und dadurch wird das Buch auch nie langweilig. Ich konnte mich allerdings beim Lesen so manches Mal nicht gegen den Eindruck wehren, dass ihre Darstellung geschönt wirkt. Fast als wollte sie die schlimmsten Dinge, die sie in der Sekte erlebt hat, nicht erwähnen, um sie vergessen zu können.


Mein Fazit

Eine Geschichte die zeigt, wie einfach es ist, Menschen zu manipulieren aber dass es trotzdem einen Weg zurück in die Freiheit gibt – auch wenn man es gedanklich sehr viel länger dauern wird.


Gesamtbewertung ★★★★✰

Kommentare:

  1. Hallo Julia,
    um diese Autobiografie schleiche ich auch schon eine Weile herum, da sie mich total interessiert! Ich hoffe, dass die Schauspielerin, trotz dieses Buches, weiter ihren Weg gehen und von den Scientologen wirklich dauerhaft in Ruhe gelassen wird.
    Ich habe Autobiografien / Biografien neu für mich entdeckt. Meine letzte war gerade aktuell das zweite Buch von Natascha Kampusch. Ich freue mich über einen Besuch von dir.
    GlG vom monerl

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  2. Hallo Monerl,
    das hoffe ich auch. Werde bald mal vorbeischaun.

    LG Julia

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