Freitag, 1. September 2017

Blutpsalm von Meredith Winter


Inhalt

Sommerburg – eine verschlafene 800 Seelengemeinde, irgendwo im Norden Deutschlands. Ein Dorf, dessen Bewohner so akkurat und tadellos wie aus einer Reklame zu sein scheinen. Bis zu dem Tag, an dem eine brutale Mordserie den Ort erschüttert und Jonathan, der junge Pastor, sich in eine Prostituierte verliebt. Während die männlichen Bewohner nach und nach tot mit einem Fleischermesser in der Brust aufgefunden werden, zeigen die Einwohner allmählich ihr wahres Gesicht. Und auch Jonathan muss vor seiner Gemeinde zugeben, dass er bei Weitem nicht so fromm ist, wie alle bisher geglaubt haben ...


Meine Meinung

Ich muss schon sagen, dieses Buch war für mich etwas ganz Besonderes! Einerseits weil mich die Autorin um die Rezension gebeten hat, andererseits aber auch, weil sich die Handlung immer wieder in eine andere Richtung entwickelt hat, als ich erwartet hätte. Aber vor allem deshalb, weil ich noch nie einen Thriller gelesen habe, in dem die Hauptcharaktere ein Pastor und eine Prostituierte sind.

Jonathan, der Pastor der 800 Seelen-Gemeinde Sommerburg, will gerade seine Predigt ausdrucken, als sein PC streikt. Doch glücklicherweise entdeckt er die Visitenkarte eines Computer-Notdienstes. Allerdings entpuppt sich der erwartete Fachmann schnell als die Edelnutte Marlene. Die beiden verlieben sich in einander, wollen es sich jedoch zuerst nicht eingestehen.

Verkompliziert wird die Situation dann auch noch dadurch, dass ein Mörder sein Unwesen in Sommerburg treibt und bei den Opfern Marlenes Visitenkarte hinterlässt. Etwa in der Mitte des Buchs erfahren wir dann zwar schon wer der Mörder ist, allerdings bleibt die Handlung trotzdem spannend.

Ich fand zwar die Umstände unter denen sich die Protagonisten kennenlernen etwas gekünstelt, aber wie sich deren Beziehung dann weiterentwickelt ist glaubhaft und nachvollziehbar geschildert. Die beiden sind sehr sympathisch dargestellt und schnell wird beim Lesen klar, dass sich ihre teilweise etwas zickige Art in ihrer jeweils schwierigen Vergangenheit begründet. Natürlich wird auch das normale Leben in dem verschlafen wirkenden Dorf recht farbenfroh geschildert und die Auflösung um den Mörder ist sehr überraschend.

Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und locker. Spannende, sinnliche und lustige Szenen wechseln sich perfekt ab, ohne gezwungen zu wirken. Auch der Perspektivenwechsel – hauptsächlich zwischen Marlene und Jonathan – ist gut gelungen und lässt den Leser die Handlungen der einzelnen Charaktere besser nachvollziehen. Das Cover empfinde ich ebenfalls als sehr passend gewählt.

Der einzige Wehmutstropfen an dem Buch war leider das scheinbar mangelnde Können des Lektorats. Besonders in den Kapiteln 3 bis 6 sind mir etliche Grammatikfehler und ein paar unglückliche Formulierungen aufgefallen. Danach war ich gedanklich jedoch so tief in der Geschichte, dass mir keine weiteren Fehler aufgefallen sind.


Mein Fazit

Blutpsalm erzählt eine innovative Geschichte. Trotz der Kürze des Buchs ist dies ein sehr lesenswerter Ladythriller.


Gesamtbewertung ★★★

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